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KONTOSTAND

Das Bodensubstrat

 

Das Bodensubstrat sollte zur gehaltenen Art passen. Bewohner der Wüsten und Hochgebirge bevorzugen in der Regel wasserdurchlässige Böden, z.B. Gestein oder Geröll, Reptilien aus tropischen Regenwäldern wasserspeicherndes Böden wie z.B. Torf, Kokosfaser oder Xaxim, mediterrane Arten Mischungen aus Sand und Erde. 

Das Substrat sollte nicht scharfkantig sein, wenig Staub produzieren und keine Giftstoffe enthalten. Besondere Vorsicht ist bei feinkörnigem Material wie Sand oder Kies geboten. Substrate dieser Art bleiben leicht am Futter haften oder werden sogar gezielt gefressen (vor allem bei Kalziummangel), was zu schwerer Verstopfung oder Darmverschluss führen kann. Sägespäne werden bisweilen eingeatmet und lagern sich in den Lungen ab, Holzprodukte sind oft mit Insektiziden und Fungiziden behandelt, Rindenmulch kann giftiges Harz absondern, Torf neigt zur Staubblidung. Käufliche Gartenerde ist in aller Regel mit Dünger versetzt, Torf neigt zur Staubbildung. Durch Verwendung naturentnommener Materialien können Parasiten und Krankheitskeime eingeschleppt werden. 

Problematische Substrate:  

Reiner Sand, feiner Kies (auch Kalzium-Sand oder Kalzium-Kies), Holzspäne, Sägespäne. Torf-, Erde-, Holz- und Rindenprodukte aus Gärtnerei, Supermarkt oder Baumarkt.

Geeignete Substrate:

Kokosfaser, Xaxim, unbehandelter Rindenmulch, “Terrarienerde”, “Terrarienhumus”, Steine, Kunstrasen, der Natur entnommene Substrate (nach vorheriger Sterilisation im Ofen), Torf und Sand als Bestandteile einer Substratmischung. 

Die Feuchtigkeit im Terrarium wird maßgeblich durch das jeweilige Substrat beeinflusst. So können wasserspeichernde Böden viel Feuchtigkeit binden und an die Umgebung abgeben. Sie sorgen somit für hohe Luftfeuchtigkeit. Wasserdurchlässige Substrate hingegen lassen Feuchtigkeit abfließen, wodurch die Luftfeuchtigkeit gering bleibt.

Das Bodensubstrat erfüllt im Terrarium mehrere wichtige Funktionen: 

  • Thermoregulation
  • Flüssigkeitsaufnahme über die Haut
  • Regulation der Luftfeuchtigkeit
  • Schaffung eines stabilen mikrobiellen Milieus
  • Absorption und Bindung von Ausscheidungen
  • Möglichkeit zum Graben und Verstecken
  • Eiablage-Möglichkeit

Zu trockenes Substrat

In vielen Terrarien herrscht eine hohe Keimbelastung, vor allem wenn sie klein, überbesetzt oder unzureichend belüftet sind. Trockenheit erhöht außerdem die Staubbildung und führt dazu, dass Augen und Atemwege der Insassen kontinuierlich mit erregerhaltigem Staub belastet werden. 

Durch Austrocknen der Schleimhäute geht ein wichtiger Bestandteil der unspezifischen Erregerabwehr verloren. Dadurch steigt die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen und Augeninfektionen. Zu trockene Haltungsbedingungen sind die Hauptursache für Häutungsstörungen und außerdem mitverantwortlich für Gicht, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen. 

Um die Staubbelastung zu reduzieren, sollte in Trockenterrarien möglichst staubarmes Bodensubstrat verwendet und regelmäßig Wasser versprüht werden – am besten morgens und abends. Außerdem muss immer, auch in Wüstenterrarien, ein feuchter Bereich vorhanden sein, den das Tier bei Bedarf aufsuchen kann. Gut geeignet sind Badeschalen oder sogenannte Wet-Boxes. 

Eine Wet-Box lässt sich sehr einfach herstellen: Du nimmst eine Plastikbox, schneidest eine ausreichend große Öffnung hinein und füllt sie mit angefeuchtetem Material, z.B. Moos oder Kokosfasern. Das verwendete Material sollte nicht zur Schimmelbildung neigen und regelmäßig gewechselt werden. Viele Reptilien, insbesondere Schlangen, nutzen die Wet-Box zur Häutung und Eiablage. 

Zu feuchtes Substrat

Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit sind ideale Nährböden für bestimmte Bakterien und Pilze, z.B. Schimmelpilze oder Fäulnisbakterien. Aus diesem Grund zählen Schimmelpilzbildung und Haut- bzw. Panzermykosen zu häufigen Folgen einer zu feuchten Haltung. Durch eingeatmete Schimmelsporen werden außerdem die Atemwege belastet. Auch Darmbakterien und Darmparasiten können im feuchten Milieu besonders lange überleben und sich besser verbreiten. Hygiene ist deshalb im Feuchtterrarium besonders wichtig.

  • Hohe Luftfeuchtigkeit und Staunässe können durch eine gute Luftzirkulation nachhaltig reduziert werden. Das Terrarium benötigt deshalb mehrere fachgerecht positionierte Lüftungsgitter von ausreichender Größe. Diese dürfen nicht durch Einrichtungsgegenstände blockiert werden. Notfalls können kleine Ventilatoren (z.B. Computerbelüftungen) Abhilfe schaffen.
  • In Feucht- und Regenwaldterrarien sollten trockene Stellen vorhanden sein, damit Haut oder Panzer bei Bedarf ausreichend trocknen können. Dies ist die wirksamste Maßnahme zur Vermeidung von Hautmykosen oder Panzerfäule.
  • Untergemischter Sand oder Kies verbessert die Bodendurchlässigkeit.
  • Durch Installation einer Wärmelampe können trocken-warme Stellen geschaffen werden.
  • Nahrungsreste und Ausscheidungen täglich entfernen.                                                                                                                                 http://www.reptiliendoktor.com
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